Picture Styles können auch bei RAW-Dateien sinnvoll sein

img_9042Es gibt ein paar Einstellungen an meiner Kamera, die ich bis jetzt weitestgehend ignoriert habe. Dazu gehören die Vollautomatik, die Motiv-Programme, der interne Blitz und die Picture Styles.

Letztere einfach deshalb, weil sie keine Auswirkung auf das RAW-File haben. Die Sensordaten werden dadurch nicht verändert. Picture Styles beeinflussen nur die kamerainternen JPG-Umwandlung.
Da ich ausschließlich RAW fotografiere verwende ich die Picture Styles nie.

Nun ja, man soll bekanntlich niemals nie sagen.

Vor ein paar Wochen war ich mit Freunden und ihrem Pferd unterwegs. Wir wollten ein paar schöne Bilder machen und dem Ganzen einen Cowboy Touch verleihen.

Wir waren gut gelaunt und selbst das Pferd machte brav alles mit. Der Wolkenhimmel spendete uns ein sehr diffuses aber kühles Licht. Für etwas mehr Wärme sorgten wir mit zwei goldenen Reflektoren. Das Shooting lief super. Wir entdeckten immer wieder coole, neue Locations und spannende Hintergründe. Zwischendurch zeigte ich immer wieder die Bilder am LCD Monitor her. Es machte riesigen Spaß und die Reflektoren wirken Wunder: tolles, warmes Sonnenlicht.

Aber auch der schönste Tag neigt sich irgendwann zu Ende und wir gingen zurück zum Hof. Während die anderen das Pferd zurück in den Stall brachten entdeckte ich eine schöne, veraltete Holzhütte. Die Witterung hatte ihr schon etwas zugesetzt: farblich war sie weitestgehend verblichen, aber noch nicht ganz grau. Die Struktur in den Holzlatten erkannte man dafür super. Für mich war klar: hier will ich noch ein paar Schwarz-Weiß Bilder machen, bevor wir gehen. Ich liebe gute Schwarz-Weiß-Bilder.

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Produktfotos im Lichtzelt

Bei Produktfotos wird in der Regel diffuses Licht verlangt, welches ein Motiv vollständig umgibt. Das Objekt sollte weich ausgeleuchtet sein, die Schatten dürfen nicht absaufen und störende Reflexionen müssen vermieden werden.

Doch oft ist es gar nicht so leicht ein Motiv gleichmäßig auszuleuchten. Die sonst üblichen Schirme und Softboxen erzeugen ein zu gerichtetes Licht. Mehrere Lichtquellen aus Haupt- und Aufhelllicht werfen schnell Schatten in unterschiedliche Richtungen.
Spätestens bei stark reflektierenden Gegenständen wird es schwierig: es spiegelt sich nicht nur die Lichtquelle darin, sondern auch alles andere, was im Raum ist. So wird der Fotograf schnell Teil seines Fotos.

Für solche speziellen Fälle gibt es Lichtzelte, in die das Motiv hineingestellt wird. Die Form und Größe des Zeltes variiert dabei: es gibt Quader, Würfel und Halbkugeln von 30cm bis 2 Meter.
Bespannt ist das Lichtzelt mit einem einheitlichen, lichtdurchlässigen Material. Anstelle des Objekts wird nun das Zelt beleuchtet; somit entsteht im Innenraum ein äußerst sanftes und nahezu schattenfreies Licht. Je nach Position der Lichtquelle kann die Richtung, aus der das Licht kommt, variiert werden. Starke Schatten entstehen dabei nicht, da die gegenüberliegende Seite im Zelt immer für genügend Aufhellung sorgt. Ist die Lichtquelle weiter entfernt oder besonders groß, erhält man sehr weiches und diffuses Licht im Innenraum. Durch eine nahe oder kleine Lichtquelle kann eine Seite betont werden.

Fotografiert wird das Motiv durch ein Loch in der Zeltwand, das je nach Setup nur noch so groß wie das Objektiv der Kamera ist. Bei stark reflektierenden Gegenständen spiegelt sich dann maximal die Linse. Ein Problem, das sich in Photoshop leicht lösen lässt.

Letztes Wochenende habe ich mit einem Lichtzelt fotografiert, um Bilder von Blumen, Vasen und Feuerstellen zu machen. Die meisten Gefäße waren aus Glas oder poliertem Chrom: ohne Lichtzelt wäre das kaum machbar.

Das folgende Behind-the-Sceenes Bild von Dominik zeigt das Setup.

Lichtzelt - Setup

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