Quicktip – Bildschirm invertieren

Es gibt ja so Funktionen, bei denen ich mich frage, wofür sie sind. Eine davon habe ich kürzlich in Mac OS X entdeckt: Bildschirm invertieren. Diese Funktion, oder besser, dieses Tastaturkürzel macht nichts anders, als den kompletten Bildschirm zu invertieren. Aus Schwarz wird Weiß oder in der Sprache der Fotografen: ein Negativ des Bildschirms.

Das sieht nicht nur komisch aus, es erschien mir auch eher nutzlos. Bis heute.

Beim Nachbearbeiten von Bildern, insbesondere Portraits, entferne ich als erstes störende Flecken. Schmutz auf dem Sensor oder Hautunreinheiten. Je länger ich aber vor einem Bild sitze, umso blinder werde ich und übersehe hier und da den einen oder anderen Fleck. Der berühmte Wald und die Bäume.

Und jetzt ist das Invertieren unschlagbar. Mit nur einer Tastenkombination wird mein Bild zum Negativ, egal welches Programm ich verwende. Und noch besser. Ohne, dass ich das Bild verändere.

Mit ctrl + alt + cmd + 8 invertiere ich meinen ganzen Monitor, erneut gedrückt, und ich bin wieder im Normalmodus.

Im invertieren Modus sind helle Punkte nun Schwarz und dunkle Punkte weiß. Das ist ein völlig neuer Blickwinkel und hilft gerade bei der Beautyretusche schnell und einfach störende Flecken zu finden.

Ob es auf Windows eine vergleichbare Funktion gibt, weiß ich nicht. Zur not tut es aber auch eine Ebene in Photoshop: Invers.

Viel Spaß beim Ausprobieren.

Tricks für das Lichtzelt

Stilleben RisottoDer Schwerpunkt meiner Fotografie liegt eindeutig auf Portraits. Die Zusammenarbeit mit Menschen macht mir einfach Spaß. Dennoch fotografiere ich gerne immer wieder auch Stilleben und Produktfotos im Lichtzelt.

Während bei der People-Fotografie das Model im Vordergrund steht, kann ich mich bei Stilleben und der Produktfotografie ganz auf die Kamera und das Licht konzentrieren. Eine Vase oder Pflanze bleibt geduldig an ihrem Platz, das ständige rumrücken macht ihr nichts aus. Ich kann in aller Ruhe diverse Einstellungen ausprobieren, das Setup ändern oder die Bilder zwischendurch am Rechner sichten.

Dabei habe ich festgestellt, dass ein paar Tricks immer gut funktionieren. Zwei davon möchte ich in diesem Post näher beschreiben.
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Diskographie – Fotografieren in einer Disko ;-)

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EOS 350D

Ich liebe Parties! Egal ob Gartenfest, Grillparty, cooler Club, trendige Bar oder eine lässige Lounge. Die Gäste sind gut gelaunt, fröhlich und feiern ausgelassen. Dazu die passende Atmosphäre: romantischer Kerzenschein, rustikale Fackeln, altmodische Lampions oder fetziges Diskolicht. Gefühle und Emotionen stehen ganz klar im Vordergrund. Was für eine Fülle an fantastischen Fotomotiven! Ein Paradies eines jeden Fotografen.

Oder doch nicht? Meisten bringt man von solchen tollen Abenden nur mittelmäßige Bilder mit nach Hause. Für bessere Bilder bei so widrigen Umständen benötigt man schließlich teures Equipment – oder das richtige Knowhow!

Bei Parties und feierlichen Anlässen gibt es von allem reichlich – nur am Licht wird gespart. Mit ein paar Tricks kann man aber dennoch die entspannte Atmosphäre einfangen und wunderbare Bilder zaubern. Und so gehts.

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Picture Styles können auch bei RAW-Dateien sinnvoll sein

img_9042Es gibt ein paar Einstellungen an meiner Kamera, die ich bis jetzt weitestgehend ignoriert habe. Dazu gehören die Vollautomatik, die Motiv-Programme, der interne Blitz und die Picture Styles.

Letztere einfach deshalb, weil sie keine Auswirkung auf das RAW-File haben. Die Sensordaten werden dadurch nicht verändert. Picture Styles beeinflussen nur die kamerainternen JPG-Umwandlung.
Da ich ausschließlich RAW fotografiere verwende ich die Picture Styles nie.

Nun ja, man soll bekanntlich niemals nie sagen.

Vor ein paar Wochen war ich mit Freunden und ihrem Pferd unterwegs. Wir wollten ein paar schöne Bilder machen und dem Ganzen einen Cowboy Touch verleihen.

Wir waren gut gelaunt und selbst das Pferd machte brav alles mit. Der Wolkenhimmel spendete uns ein sehr diffuses aber kühles Licht. Für etwas mehr Wärme sorgten wir mit zwei goldenen Reflektoren. Das Shooting lief super. Wir entdeckten immer wieder coole, neue Locations und spannende Hintergründe. Zwischendurch zeigte ich immer wieder die Bilder am LCD Monitor her. Es machte riesigen Spaß und die Reflektoren wirken Wunder: tolles, warmes Sonnenlicht.

Aber auch der schönste Tag neigt sich irgendwann zu Ende und wir gingen zurück zum Hof. Während die anderen das Pferd zurück in den Stall brachten entdeckte ich eine schöne, veraltete Holzhütte. Die Witterung hatte ihr schon etwas zugesetzt: farblich war sie weitestgehend verblichen, aber noch nicht ganz grau. Die Struktur in den Holzlatten erkannte man dafür super. Für mich war klar: hier will ich noch ein paar Schwarz-Weiß Bilder machen, bevor wir gehen. Ich liebe gute Schwarz-Weiß-Bilder.

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Sommerzeit: Die Kamera nicht vergessen!

sommerzeitIn der Nacht vom 28. auf den 29.03. ist es wieder soweit. Die Sommerzeit beginnt und alle Uhren müssen um eine Stunde vorgestellt werden. Der Computer macht das vermutlich automatisch, der Funkwecker auch. Aber da wäre noch die Armbanduhr, die Küchenuhr, die Uhr im Auto und – die Kamera!

Programme wie Lightroom, Aperture und Co verlassen sich darauf, dass der Zeitstempel in den Bilder korrekt ist. Immerhin sortieren sie die Bilder danach.

Deswegen: Auf Sommerzeit umstellen und dabei die Kamera nicht vergessen!

Er hat ein knallrotes… Foto

Fotografie ist bekanntlich Malen mit Licht. Aber richtig spannend wird es erst, wenn man mit Licht und Schatten spielt. Für die folgenden Bilder wollte ich die klassische iPod Werbung aufgreifen, also eine Silhouette vor farbigem Hintergrund. Da ich weder über ein Studio verfüge noch farbigen Hintergrundkarton habe, musste ich in die Trickkiste greifen: farbiges Licht auf eine weiße Wand und etwas Kreativität.

Das Setup ist denkbar einfach: In einem moderat beleuchteten Raum (auch bekannt als mein Wohnzimmer) steht ein Model etwa ein-einhalb Meter von der Wand entfernt.  Die Grundstimmung des Bildes sollte dunkel sein, daher ist mein erstes Ziel, alles Licht auszuschalten. Ich stelle meine Kamera auf manuell, wähle als Belichtungszeit eine 1/250 Sekunde (mehr dazu später) und spiele mit der Blende, bis ich ein Bild habe, das nahezu schwarz ist.

Für einen farbigen Hintergrund brauche ich nun zwei Sachen: einerseits Licht, andererseits Farbe. Damit das Licht auch wirklich nur auf die Wand fällt, stelle ich ein Speedlight direkt hinter meinem Model auf ein Stativ. Somit verdeckt mein Model den Blitz und es fällt kaum Licht auf die Person. Eine blaue Folie aus dem Sample Pack der Firma Lee sorgt für die farbige Note. Diesen Pack gibt’s für unter 5 Euro im Fotohandel und er enthält eine Folie von jedem Filter, den Lee herstellt. Den Blitz zünde ich über eine Infrarot-Steuereinheit. Wenn ich einen Blitz verwenden ist dir kürzeste Verschlusszeit bei meiner Kamera eine 1/250 Sekunde. Das habe ich bereits eingangs berücksichtigt, so dass ich die Einstellungen unverändert lassen kann.

Ein Testshot und wir haben schon ein brauchbares Bild.

Niko - Nur Hintergrundlicht
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