Shooting im Fotostudio mit drei Blitzen

Studio Shooting mit NinaDer Reiz der Studiofotografie liegt darin, dass sie einem die volle Kontrolle über das gesamte Bild gibt. Man ist nicht einfach nur Beobachter sondern Schaffer einer ganzen Szene. Was für den Maler die weiße Leinwand ist, ist für den Fotografen das leere Studio. Jetzt heißt es, eine entwickelte Idee zu realisieren und auszuleuchten.

Wer im Studio fotografiert hat nicht nur die volle Kontrolle über den Bildaufbau und Inhalt sondern auch über das Licht: Anzahl der Lichtquellen, Intensität, Richtung, Farbe, Soft oder Hart. Das sind viele Möglichkeiten, aber auch viele Herausforderungen. Der Phantasie sind jedenfalls keine Grenzen gesetzt.

Bei so vielen Freiheiten empfiehlt es sich, systematisch vorzugehen. In diesem Post möchte ich euch meine Vorgehensweise in der Studiofotografie zeigen. Entstanden sind die Bilder mit der bezaubernden Nina in meinem Studio vor einem neutral-grauen Hintergrund.

Am Anfang ist die Idee: Ich wollte ein Bild, auf dem Musik sichtbar wird, ein Bild, bei dem der Betrachter sofort das Gefühl hat, dass er die Musik fast hören kann.

Geleitet von der Bildidee baue ich mein Setup Schritt für Schritt auf, beginnend mit nur einem Licht. Um meine Vorgehensweise zu verdeutlichen, habe ich dieses mal jeden einzelnen Schritt festgehalten: Nina war so lieb, und stand dafür ein paar Minuten lang still. Was ihr sichtbar schwer fiel. ;-)

 

Vorbereitung: Nur das Blitzlicht zählt

Bevor es überhaupt losgeht, möchte ich sicherstellen, dass außer dem Blitz kein anderes Licht Einfluss auf das Bild hat. Die unterschiedlichen Lichtquellen würden nur zu unschönen Farbstichen führen (Stichwort Farbtemperatur und Weißabgleich).

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kein Blitz

Umgebungslicht wird am einfachsten über die Belichtungszeit gesteuert; aus diesem Grund stelle ich diese als erstes auf 1/250s. Das ist die kürzeste Zeit, die meine Kamera zusammen mit einem Blitz verarbeiten kann.

Um zu überprüfen, ob die Einstellung auch tatsächlich den gewünschten Effekt hat, mache ich ein Bild ganz ohne Blitz. Da das Ergebnis pech-schwarz ist, kann ich sicher sein, dass das Umgebungslicht keinen Einfluss auf mein Bild hat.

Fangen wir an!

 

Die Basis: das Hauptlicht

Ich beginne immer mit dem Hauptlicht, da es die Bildidee und somit die Kernaussage der Aufnahme unterstreicht.

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Softbox von vorne Kamera-links

Das weiche Licht der 100x100cm großen Softbox leuchtet das Gesicht wunderbar aus und der niedrige und weitestgehend frontale Stand sorgt für ein schönes Funkeln in den Augen. Eben hell und lebensfroh.

Im Großen und Ganzen bin ich mit der Aufnahme bereits sehr zufrieden. Jetzt geht es nur noch um die Details, um das Bild perfekt zu machen.

 

Mehr Details: das Aufhelllicht

Der untere Bereich des Bildes ist mir noch zu dunkel: das schwarze Kleid, der schwarze Barhocker sowie das schwarze Kabel vom Kopfhörer verschmelzen miteinander. Dadurch gehen in den Schatten zu viele Details verloren.

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Mit zusätzlichem Blitz Kamera-rechts

Um diese Details zu retten, kommt ein zweiter Blitz zum Einsatz, der aber schwächer als das Hauptlicht ist. Ziel ist es, die dunkleren Bereiche aufzuhellen und dort alle Bilddetails sichtbar zu machen, ohne mit dem Hauptlicht zu konkurrieren. Als Lichtformer habe ich einen kleinen Durchblitzschirm genommen, eine zweite Softbox hätte es aber auch getan.

 

Für den Hintergrund: das Effektlicht

Mit zwei Lichtern ausgeleuchtet sieht das Bild schon sehr stimmig aus. Die blonden Haare setzen sich gut vom grauen Hintergrund ab. Jedoch ist mir der untere Bereich immer noch zu dunkel. Das schwarze Kleid und der dunkelgraue Hintergrund sind mir einfach zu kontrastarm. Außerdem möchte ich noch einen Lichtkegel dezent andeuten, so dass Nina wirklich im Rampenlicht steht.

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Hauptlicht, Aufhelllicht und Effektlicht

Daher habe ich einen dritten Blitz mit einem mittleren Reflektor auf den Boden hinter Nina gerichtet. Somit ergibt sich eine Art Spotlight, das den unteren Teil des Bildes aufhellt.

Jetzt bin ich mit dem Kontrast zufrieden: Die blonden Haare setzen sich gut vom grauen Hintergrund ab, ebenso das schwarze Kleid vor dem hellen Hintergrund. Perfekt.

 

Aber jetzt, genug still gehalten: Rock it!

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Danke, Nina!!!

2 Gedanken zu „Shooting im Fotostudio mit drei Blitzen

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