Fototour auf dem Münchner Frühlingsfest

fruehlingsfest-1Das Internet bietet fantastische Möglichkeiten, sich unendlich inspirieren zu lassen. Fotocommunities wie z.B. Flickr oder die Portfolios kleiner und großer Fotografen sind eine unerschöpfliche Quelle um die eigene Kreativität anzukurbeln.

Normalerweise stelle ich Freitags immer ein Portfolio vor, das mich in dieser Woche begeistert hat. Diesmal möchte ich es etwas anders machen. Es nützt nämlich wenig, wenn man nur vor dem Mac sitzt und über die Arbeiten anderer staunt. Man muss schon mal die Komfortzone des heimischen Büros verlassen und seiner eigenen Kreativität freien Lauf lassen. Und genau das habe ich gestern zusammen mit Stefan getan. Wir sind auf das Münchner Frühlingsfest und haben bewusst mit all unseren bisherigen Gewohnheiten gebrochen. Kein Studio, kein Blitz, keine Models und auch kein Photoshopping… sondern einfach nur Fotografieren!

fruehlingsfest-5Um mir wirklich eine andere Sichtweise auf die Dinge zu geben, habe ich mir selbst folgende Regeln für den Abend auferlegt.

  • Eine Festbrennweite (85mm f/1.8)
  • ISO 200
  • Modus Av, Tv oder M
  • Freihand
 

Das wars. Mehr nicht. Wenn ich „zoomen“ wollte, musste ich mich eben bewegen. Waren die Belichtungszeiten zu kurz, musste ich mich gut abstützen. Oder das Bild nachträglich für „abstrakte Kunst“ erklären (ein kleiner Running Gag des Abends, der sich auf meinen letzten Blogpost Diskographie – Fotografieren in einer Disko bezieht). Oder eben nach besserem Licht suchen. Auf so einem Rummel gibt es viel mehr Licht, als man glaubt. Alles eine Frage des Timings, wann das nächste mal wieder Stroboskopblitze oder Effektlichter angehen.

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Schärfe wird meiner Meinung nach sowieso überbewertet. Natürlich ist sie wichtig, aber auch ein unscharfes Bild kann viel aussagen und eine ganz eigene Wirkung entfalten. Nur weil ein Bild unscharf ist, ist es noch lange keine Ausschussware. Bei verwackelten Bildern sieht es natürlich anders aus.

 

Außerdem habe ich mir vorgenommen, wieder mehr mit Silhouetten zu arbeiten. Natürlich ist es schön, wenn das Model oder die Person im Vordergrund perfekt ausgeleuchtet ist. Aber warum nicht mal den Wert auf den Hintergrund legen? Oder eine Mischung daraus? Scharfer, aber unterbelichteter Vordergrund mit perfekt belichtetem, aber unscharfen Hintergrund! Ein guter Zeitpunkt, mal wieder die Taste für die AE-Speicherung zu benutzen.

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Als Finale gab es noch ein Feuerwerk. Auch hier galten die Regeln. Alles Freihand, niedrige ISO und weiterhin nur mit der Festbrennweite. Damit uns die Kameraautomatik nicht ins Handwerk pfuscht, habe ich mich für die folgenden Bilder den Manuellen Modus und Manuellen Fokos entschieden.

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Alles in allem ein super gelungener Abend, bei dem ich mal wieder hautnah erleben konnte, dass der Fotograf die Bilder macht. Und egal auf welcher Einstellung die Kamera gerade „festhängt“, es gibt immer einen Weg, noch geile Bilder zu machen.

Ich kann das jedem nur empfehlen, sich auch mal auf unbekanntes Terrain zu begeben. Alte Gewohnheiten infrage zu stellen. Neues zu entdecken.

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4 Gedanken zu „Fototour auf dem Münchner Frühlingsfest

  1. Klasse Fotos. Die genannten Inspirationsquellen Nutze ich auch gerne, um zuschauen wohin man mal fahren könnte und was andere dort so Fotografiert haben. Zugleich sieht man auch wie man fotografieren kann um nicht das „selbe Foto“ wie die anderen zu haben sonder was ganz anders.

  2. Das sind richtig geile Bilder. Hast bestimmt ne gute Cam. Ich wünschte ich könnte das.

  3. Pingback: capture-the-light

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