Diskographie – Fotografieren in einer Disko ;-)

20060916-img_1642

EOS 350D

Ich liebe Parties! Egal ob Gartenfest, Grillparty, cooler Club, trendige Bar oder eine lässige Lounge. Die Gäste sind gut gelaunt, fröhlich und feiern ausgelassen. Dazu die passende Atmosphäre: romantischer Kerzenschein, rustikale Fackeln, altmodische Lampions oder fetziges Diskolicht. Gefühle und Emotionen stehen ganz klar im Vordergrund. Was für eine Fülle an fantastischen Fotomotiven! Ein Paradies eines jeden Fotografen.

Oder doch nicht? Meisten bringt man von solchen tollen Abenden nur mittelmäßige Bilder mit nach Hause. Für bessere Bilder bei so widrigen Umständen benötigt man schließlich teures Equipment – oder das richtige Knowhow!

Bei Parties und feierlichen Anlässen gibt es von allem reichlich – nur am Licht wird gespart. Mit ein paar Tricks kann man aber dennoch die entspannte Atmosphäre einfangen und wunderbare Bilder zaubern. Und so gehts.

Bewusst unterbelichtet

EOS 350D

Die Party, meine Kamera und ich

Alle Kameras sind auf eine neutrales grau eingestellst: 18% grau, um genau zu sein. Und der Automatikmodus liebt dieses grau so sehr, dass er am liebsten jedes Bild entsprechend aufnimmt. Aber eine Party ist selten 18% grau; zumindest keine Party, auf der ich länger bleibe. Daher muss man in die Automatik eingreifen um stimmungsvolle Bilder zu erhalten. Und das ist einfacher, als man denkt!

Da Feste meistens Abends gefeiert werden, erwartet man eher dunkle Bilder mit vielen, intensiven Farben. Und wie dunkel es auf dem Bild wird entscheidest alleine du. So gut wie jede Kamera erlaubt es, in die Belichtung einzugreifen. Gerade bei Outdoor-Parties rentiert es sich, früh mit dem Fotografieren anzufangen, wenn die Dämmerung einsetzt und noch genügend Licht für Available-Light Fotografie zur Verfügung steht. Zwingt man die Kamera in dieser Situation zu einer bewussten Unterbelichtung (2/3 Blendenstufe, vielleicht sogar eine eine Ganze oder zwei), erhält man intensive, gesättigte Farben. Und das, obwohl es eigentlich noch relativ hell war. Der Himmel wird kräftig blau, die Fackel lodern orange und alle Personen sind zu erkennen. Ein perfektes Bild! Und alles nur, weil man etwas unterbelichtet hat. EV machts möglich.

Flash-Dance

Disco Kugel

Canon G10

Wenn es dunkler wird oder man Indoor feiert, muss man auf eine externe Lichtquelle zurückgreifen. In den allermeisten Fällen ist das der eingebaute Blitz oder sein großer Bruder, der Aufsteckblitz.

Wer aber einfach drauf los blitz erhält allemal Schnappschüsse, keine Fotos. Richtig eingesetzt kann ein Blitz aber unglaubliche Bilder machen. Und das bei vollem Erhalt der Atmosphäre!

Ein kurzer Exkurs: Licht ist an der Quelle sehr hell und nimmt dann stark ab: Verdoppelt man den Abstand zwischen Lichtquelle und Objekt kommt nur noch ein viertel des Lichtes an. Darum besteht bei Gruppenfotos mit Blitz die erste Reihe auch immer aus lauter Wasserleichen während in der zweiten Reihe nur noch unterbelichtete Gestallten stehen. Und die dritte Reihe… Äh, gab es eine dritte Reihe? Das kann man jetzt nicht mehr so genau erkennen.

Der Blitz einer Kompaktkamera schafft es gerade mal drei Meter weit! Was tut man aber, wenn der Blitz nicht alles ausleuchtet, was man benötigt. Wenn er nicht soweit weit reicht, wie man ihn braucht?  Ganz einfach: man lässt die Physik für sich arbeiten. Wählt man einen beleuchteten Hintergrund reicht es vollkommen, wenn der Blitz nur den Vordergrund erreicht. So bekommt erhält man einen bunten Hintergrund und einen korrekt belichteten Vordergrund. Jede Bar hat ein Regal mit Flaschen, das auf die eine oder andere weise beleuchtet ist. Bewege ich mich nun so, dass die fotografierte Person genau davor stehe, erhalte ich stimmungsvolle Farben im Hintergrund und ein knackscharfes Model im Vordergrund.

Alternativ kann ich mit einem Aufsteckblitz indirekt blitzen. Eine weiße Wand hinter mir order zu minder Seite ist Ideal. Eine weiße Decke tut es auch. Dann muss ich aber genügend Abstand zum Model haben, sonst kommt es zu Schatten unter den Augen.

Konzert

iPhone 3G

Kurze Verschlusszeit

Bei Verschlusszeiten unter 1/60 Sekunde kann man kaum noch die Kamera stillhalten. Das ist aber unter Umständen gar nicht nötig. Verwacklungen fallen bei einem dunklen Hintergrund kaum auf. Damit die fotografierte Person dennoch scharf abgebildet wird, sollte man auf den zweiten Verschlussvorhang blitzen. Die Kamera belichtete dann so lange wie nötig den Hintergrund und blitzt, kurz bevor die Belichtung abgeschlossen ist, noch den Vordergrund an. Das Ergebnis: ein stimmungsvolles Setting und ein knackscharfes Model.

Das Patentrezept

… gibt es nicht. Aber die meisten Kameras bieten im Programmmodus ein Nachtportrait, eine Feuerwerksoption oder einen Scenery Mode an. Einfach ausprobieren. So lange Platz auf der Speicherkarte ist, kann man nichts falsch machen. Vielleicht reicht das schon.

Ansonsten sollte man sich mit dem Av oder Tv Moduser auseinandersetzen. Experimentieren. Ausprobieren. Spielen!

Und wenn alle Stricke reißen: Langzeitbelichtung einstellen und das Bild für abstrakte Kunst erklären!

Party( Langzeitbelichtung)

EOS 40D

Auf Parties gute Bilder zu machen erforder ein wenig Übung. Aber Gelegenheiten gibt es Gott sein Dank viele! Einfach mal ausprobieren!

Viel Spaß dabei!

Ein Gedanke zu „Diskographie – Fotografieren in einer Disko ;-)

  1. ehmm… *hust*… vielleicht einfach doch mal in gute kamera und objektive investieren, bei denen ohne verluste, besser blenden- und iso-werte einstellbar sind. angenommen, die situation erfordert bei blende f/3,6 und iso 200 eine belichtungszeit von 1/8s. eine verdopplung der iso-werte ermöglicht eine halbierung der belichtungszeit. so wäre bei einer iso von 1600 ein zeit von 1/60s drinne. runter mit der blende auf f/2,8 bedeutet satte 1/100s. um eine stufe unterbelichten und schwupps haste gute 1/125s.

Kommentare sind geschlossen.