LAB’s have some fun

Die meisten Fotografen dürften mit dem RGB-Farbraum vertraut sein, schließlich sind die Bilder der Digitalkamera darin gespeichert. Ebenfalls bekannt sein dürfte der CMYK-Farbraum, der vorallem im Druck eine Rolle spielt. Beide Farbräume basieren im Prinzip auf der gleichen Idee. In mehreren Kanälen werden die Grundfarben – entweder Rot-Grün-Blau oder eben Cyan-Magenta-Gelb-Schwarz – gespeichert. Das fertige Bild ergibt sich aus der Mischung dieser Farben.

Neben RGB und CMYK gibt es noch mehr Farbräume, unter anderem den LAB-Farbraum. Dabei wird die Farbe und die Helligkeit in separaten Kanälen abgelegt. Der L-Kanal  enthält die Helligkeitsinformationen (Luminanz), der A-Kanal die Farbverteilung zwischen Grün und Rot und der B-Kanal die Farbenverteilung Blau bis Gelb.

Somit lassen sich bei LAB die Helligkeit und die Farben vollkommen getrennt voneinander behandeln.

Zuerst möchte ich eine Möglichkeit vorstellen, mit der man Bildern in Photoshop knalligere Farben verleihen kann, in dem man die A und B Kanäle bearbeitet. Anschließend möchte ich zeigen, wie man mit dem Helligkeitskanal ein Bild schärfen kann, ohne die Farbqualität zu mindern.

Knalligere Farben

Das Ausgangsbild ist eine normale, unbearbeitete JPG-Datei im RGB-Farbraum, die wir in den LAB-Farbraum konvertieren müssen. Das geht über Bild -> Modus -> LAB-Farbe. Die Farbanpassung erfolgt nun über die Gradationskurve, die man über das Menü via Bild -> Korrektur -> Gradationskurven einstellen kann.

LAB - Farbsättigung Einstellung

Der L-Kanal steht nun für die Helligkeitsverteilung, der A-Kanal für die Rot-Grün-Verteilung und der B-Kanal für die Blau-Gelbverteilung. Wählt man nun die Kanäle A und B und stellt die Kurve senkrechter, erhält das Bild intensivere Farben, ohne dass sich die Helligkeit verändert. Dabei muss man darauf achten, dass man beide Seiten der Gradationskurve gleichmäßig aufstellt. Ansonsten kommt es zu Farbverschiebungen.
Das folgende Bild vom Hafen von Palma de Mallorca zeigt den Unterschied. Links Original, rechts mit obigen (etwas übertriebenen) Einstellungen angepasst.

LAB - Farbsättigung Beispiel

Wenn man mit dem Ergebnis zufrieden ist, kann man es zurück in den RGB-Modus bringen: Bild -> Modus -> RGB-Farbe

Bilder schärfen

Außer für Farbanpassung lässt sich der LAB-Farbraum auch gut für das Schärfen verwenden. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass der Kontrast und somit die Schärfe in Helligkeitsinformation unabhängig von den Farben erhöht werden kann. Bild Bildqualität bleibt beim Schärfen erhalten.

Als erstes muss man, wie oben, das Bild von RGB in den LAB-Farbraum konvertieren. Anschließend wählt man aus den Kanälen den Luminanzkanal aus. Das Bild wird nun in Schwarz/Weiß angezeigt.

LAB - Schärfe Helligkeit-Kanal

Über den Filter Unscharf Maskieren wird der Helligkeitskanal geschärft. Dabei bietet es sich an, den Radius zwischen 0,2 und 1,0 einzustellen und anschließend die Stärke vom Maximalwert (500%) aus langsam zu reduzieren, bis das Bild eine gute Schärfe hat. Wenn man fertig ist, wieder den LAB-Kanal in den Kanälen wählen, um das nun geschärfte Bild in Farbe zu sehen.

LAB - Schärfe Beispiel

Auch in diesem Beispiel ist links das Original, rechts die geschärfte Variante. Ist man zufrieden, wird das Bild wieder nach RGB konvertiert.

Viel Spaß damit,

Phil