Der Megapixel-Wahn

Wer’s verpasst hat, mein letzter Artikel ist als Gastbeitrag bei KWERFELDEIN erschienen: Megapixel – darf‘s ein bisschen mehr sein? Warum mehr Megapixel nicht unbedingt bessere Bilder liefern lest ihr am besten dort nach.

Fotofreitag: Welche Portfolios beeindrucken dich?

xxxNormalerweise Stelle ich ja jeden Freitag hier ein Portfolio vor, das mich besonders beeindruckt. Aber heute frage ich mal frech in dir Runde:

Was sind deine Lieblingsseiten im Netz? Welches Portfolio entlockt dir ein ‘Wow’? Wo kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus? Was muss man unbedingt gesehen haben? Oder vielleicht ein Geheimtip?

Wenn genügend zusammen kommt, erstelle ich einen Post daraus. Ich bin gespannt!

Fotofreitag: Brooks Reynolds

Brooks ReynoldsJeden Freitag möchte ich an dieser Stelle das Portfolio vorstellen, das mich in dieser Woche am meisten beeindruckt hat.

Diese Woche ist es die neue Website des Kanadiers Brooks Reynolds. Über ihn hatte ich schoneinmal geschrieben, mein allererster Blogeintrag handelte von seinem Projekt We are Sleeping Giants.

Die Website von Brooks zeigt viele erstklassige Bilder und Portraits, überwiegend mit eher dezenten Farben oder in Schwarz/Weiß. Besonders gefällt mir sein recht häufiger Einsatz von Tilt ‘n Shift bzw. Lensbaby-Objektiven. Der horizontale oder vertikale Schärfeverlauf lenkt den Blick auf die wesentlichen Bildelemente ohne aufdringlich zu sein. Mein absoluter Favorit ist der springende BMXler auf der Unterseite ‘Portfolio’

Seine ‘About’-Seite ist ebenfalls sehr nett gemacht :)

Schönes Ostern euch allen,

Phil

Wie funktioniert eigentlich der Bildsensor?

Yashica FX-1

Hat keinen Bildsensor

Es gehört heute fast schon zum guten Ton, nicht nur über Bilder, sondern auch über die ganze Technik darum zu reden. Da werden schnell Brennweiten verglichen, Vor- und Nachteile von bestimmten Blendenöffnungen besprochen und über die ideale Belichtungszeit diskutiert. Man könnte meinen, ein Bild besteht aus nichts anderem.

Eher selten wird über den Bildsensor gesprochen. Und wenn doch, dann allerhöchstens darüber, wie viele Megapixel er hat und ob das zu viel oder zu wenig ist.

Dabei ist der Bildsensor das Herzstück einer jeden Kamera. Ohne ihn geht in der digitalen Fotowelt nichts mehr. Er wandelt alle optischen Signale in digitale Daten um, die wiederum vom Bildwandler verarbeitet werden können. Alles Licht, das über das Objektiv und durch die Blende auf den Sensor fällt, wird von ihm erfasst und in elektronische Impulse umgewandelt.

Der digitale Sensor ist der Film aus der analogen Fotografie. Auf ihm wird das Bild gespeichert. Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele Begriffe aus der analogen auch in der digitalen Fotografie verwendet werden. Film und Chip sind sich sehr ähnlich und doch so verschieden: in den analogen Zeiten konnte man den Film austauschen, jedes Bild entstand auf einem absolut jungräulichen Filmabschnitt. Der Chip hingegen ist fest mit der Kamera verbunden*, begleitet sie ein leben lang. Er ist nicht nur die wichtigste Komponente des Kamerabodys. Meistens ist er auch die teuerste Komponente.

Wie wichtig und empfindlich der Sensor ist, merkt man spätestens, wenn es darum geht, ihn zu reinigen. Davor schrecken viele (zu Recht) zurück.

Der Sensor – das fremde Wesen

In den marktüblichen Kameras sind heutzutage CCD und CMOS Sensoren verbaut, die eine verhältnismäßig kleine Oberfläche haben. Bei Kameras im Format APS-C, wie z.B. der Canon 40D, sind es  gerade mal 22,2 × 14,8 mm. Bei einem Vollformatsensor (z.B. der Canon 5D Mark II) sind es immerhin 36 × 24 mm. Nicht gerade viel, um darauf mehrere Millionen Pixel unterzubringen. Mit dem bloßen Auge sind sie nicht zu erkennen.

Doch was ist nun so ein Pixel? Konkret handelt es sich um eine Fotodiode, die einfallendes Licht mit elektrischer Ladung quittiert. Die Ladung steigt an, je mehr Photonen  – also Licht – auf sie treffen. Anders ausgedrückt: trifft kein einziges Photon auf die Diode entsteht auch keine Ladung. Das Pixel bleibt schwarz.

Teffen jedoch Photonen auf die Diode, so entsteht Ladung. Je mehr Photonen eintreffen umso mehr Ladung entsteht. Dabei steigt die Ladung linear zu den eintreffenden Photonen an. Jede Diode hat ein Maximum. Ist dieses erreicht, ist der Pixel vollkommen weiß. Weitere Photonen können die Ladung nicht mehr erhöhen, ihre Information geht verloren.

Die Diode reagiert linear zu den eintreffenden Photonen mit Ladung. Das ist ein großer unteschied zum klassichen Film, der bei zunehmendem Licht langsamer reagiert hat. Daher ist eine digitale Aufnahme schneller überbelichtet als ein analoger Film.

Die entstandene Ladung wird nun vom Bildwandler in Informationen umgewandelt. Je mehr Ladung auf eine Diode gefallen ist, umso heller wird später der Pixel.

Moment mal“ wird sich der eine oder andere an dieser Stelle denken „Wo kommt denn hier die Farbe ins Spiel?“ Ein Sensor zeichnet tatsächlich nur  Helligkeitsinformationen auf – oder anders ausgedrückt:

Dein Sensor ist Farbenblind!

Jeder Pixel reagiert nur auf die Menge des Lichts das auf ihn trifft. Nicht mehr und nicht weniger.

Dass wir dennoch Farbbilder machen können ist ein Trick: vor den Dioden sind kleine, farbige Filter angebracht. Dabei sind in einer Ziele die Filter immer abwechselnd rot-grün und in der nächsten Ziele blau-grün. Anders ausgedrückt, vor 50% der Dioden ist ein grüner Filter, vor 25% ein roter und vor 25% ein blauer. Diese ungleiche Verteilung basiert auf dem menschlichen Auge, das ebenfalls am empfindlichsten für grün ist. Dieses schachbrettartige Muster heißt Bayer-Filter, benannt nach einem Mitarbeiter der Firma Kodak.

Bayer Filter

Bayer Filter (stark vergrößert)

Der Sensor kann zwar immer noch nur Helligkeitsinformationen aufzeichnen, doch nun entstehen im gewissen Maße drei Bilder. Hinter einem grünen Filter kommt nur noch der grüne Anteil des Lichts an. Rot und Blau sind geblockt. Somit entspricht die Intensität nicht mehr der allgemeinen Lichtmenge sondern nur noch der Helligkeit des Grünanteils. Für die roten und blauen Pixel verhält es sich analog.

Um nun die absolute Farbe für einen Pixel zu bestimmen, müssen die Helligkeitsinformationen der umliegenden Pixel berücksichtigt werden. Der Farbwert für einen Pixel wird aus drei Helligkeitswerden für rot, grün und blau berechnet. Man sagt, der Pixel wird interpoliert.

Und schon gibt es wieder ein Farbbild.

* Ausnahmen bestätigen die Regel: bei Mittelformatkameras ist es üblich, dass man das digitale Rückteil austauschen kann.

Fotofreitag: Nick Turpin

Nick TurpinJeden Freitag möchte ich an dieser Stelle das Portfolio vorstellen, das mich in dieser Woche am meisten beeindruckt hat.

Von Nick Turpin, einem Street-Photographer aus London, hört man in letzter Zeit immer öfters. Ich liebe sein Spiel mit dem Vorder- und Hintergrund. Bei vielen seiner Bilder vermischen sich Bildebenen auf lustige Weise, wie hier rechts die Coladose.

Doch er schafft es auch, in den belebten Straßen von London geniale Bilder zu schießen. Wie macht er das? In dem er mit kleinen Speedlights arbeitet und schon längst wieder weg ist, bevor ihn jemand bemerkt hat. Das folgende Video, das er bei vimeo eingestellt hat, zeigt ihn bei einem Shooting für Men’s Health.

Viel Spaß damit!

Schönes Wochenende,

Phil


Nick Turpin street portraits for Menshealth from Nick Turpin on Vimeo.

Picture Styles können auch bei RAW-Dateien sinnvoll sein

img_9042Es gibt ein paar Einstellungen an meiner Kamera, die ich bis jetzt weitestgehend ignoriert habe. Dazu gehören die Vollautomatik, die Motiv-Programme, der interne Blitz und die Picture Styles.

Letztere einfach deshalb, weil sie keine Auswirkung auf das RAW-File haben. Die Sensordaten werden dadurch nicht verändert. Picture Styles beeinflussen nur die kamerainternen JPG-Umwandlung.
Da ich ausschließlich RAW fotografiere verwende ich die Picture Styles nie.

Nun ja, man soll bekanntlich niemals nie sagen.

Vor ein paar Wochen war ich mit Freunden und ihrem Pferd unterwegs. Wir wollten ein paar schöne Bilder machen und dem Ganzen einen Cowboy Touch verleihen.

Wir waren gut gelaunt und selbst das Pferd machte brav alles mit. Der Wolkenhimmel spendete uns ein sehr diffuses aber kühles Licht. Für etwas mehr Wärme sorgten wir mit zwei goldenen Reflektoren. Das Shooting lief super. Wir entdeckten immer wieder coole, neue Locations und spannende Hintergründe. Zwischendurch zeigte ich immer wieder die Bilder am LCD Monitor her. Es machte riesigen Spaß und die Reflektoren wirken Wunder: tolles, warmes Sonnenlicht.

Aber auch der schönste Tag neigt sich irgendwann zu Ende und wir gingen zurück zum Hof. Während die anderen das Pferd zurück in den Stall brachten entdeckte ich eine schöne, veraltete Holzhütte. Die Witterung hatte ihr schon etwas zugesetzt: farblich war sie weitestgehend verblichen, aber noch nicht ganz grau. Die Struktur in den Holzlatten erkannte man dafür super. Für mich war klar: hier will ich noch ein paar Schwarz-Weiß Bilder machen, bevor wir gehen. Ich liebe gute Schwarz-Weiß-Bilder.

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Fotofreitag: LIME snowboarding Austria

Ich bin ein großer Fan von Squeeze the LIME. Aber das behind the scenes video von einem Snowboarding Trip rockt so dermaßen, dass ich das hier posten muss.

Ich sag nur: Fullscreen, Sound an und Film ab!

Squeeze the LIME

Viel Spaß

Sommerzeit: Die Kamera nicht vergessen!

sommerzeitIn der Nacht vom 28. auf den 29.03. ist es wieder soweit. Die Sommerzeit beginnt und alle Uhren müssen um eine Stunde vorgestellt werden. Der Computer macht das vermutlich automatisch, der Funkwecker auch. Aber da wäre noch die Armbanduhr, die Küchenuhr, die Uhr im Auto und – die Kamera!

Programme wie Lightroom, Aperture und Co verlassen sich darauf, dass der Zeitstempel in den Bilder korrekt ist. Immerhin sortieren sie die Bilder danach.

Deswegen: Auf Sommerzeit umstellen und dabei die Kamera nicht vergessen!

Deutsche Fotoblogs – Wo sind sie denn?

Martin Gommel von kwerfeldein.de ist auf der Suche nach den deutschsprachigen Fotoblogs.

Da möchte ich natürlich nicht fehlen. Schon seit langer Zeit lese ich diverse deutsch- und englischsprachige Blogs und nehme an den Diskussionen dort teil.

Anfang des Jahres habe ich dann selbst dieses Blog gestartet; am 13. Februar 2009, um genau zu sein. Ein Freitag, selbstverständlich. :)

Wo sind sie denn? fragt Martin und möchte nicht nur wissen, welche Blogs da draußen sind, sondern auch, wohin die Reise geht. Gerne doch. Hier meine Antworten auf seine Fragen:

Was hat Dich dazu bewegt, über Fotografie zu bloggen?

Ich fotografiere eigentlich schon länger; 2008 ist dann aus dem Hobby eine richtige Leidenschaft geworden. Alles, was ich über Fotografie weiß, habe ich nach und nach aus dem Netz gelernt.  Ich finde, es ist die Zeit gekommen, auch etwas zurückzugeben an die Community. Und da es schon so viele hervorragende englischsprachige Blogs gibt, habe ich mich entschlossen, auf Deutsch zu bloggen.

Welche Artikel sind die wichtigsten Deines Blogs?

Gute Frage. Geht man nach den Hits, dann führen die beiden Artikel Produktfotos im Lichtzelt und Nach dem Shooting, oder „…die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen“. Nimmt man die Anzahl der Kommentare als Grundlage führt ganz klar Fotofreitag: Monique Zoellner. Aber was sind schon Zahlen?

Die Frage sollte ich vielleicht in einem Jahr noch einmal beantworten.

Weisst Du schon, was die Leser Deines Blogs 2009 erwarten wird?

Ein spannendes Jahr mit vielen interessanten Themen rund um die digitale Fotografie. Ich weiß selbst noch nicht, wohin die Reise geht und möchte mich auch gar nicht festlegen. Der Schwerpunkt wird mit Sicherheit auf Berichten von Shootings, Portraitfotografie im Allgemeinen und Postproduction liegen.

Wieviele Artikel veröffentlichst Du im Schnitt pro Woche?

Derzeit sind es ziemlich konstant zwei Artikel pro Woche. Ich denke, 2-3 Artikel pro Woche sind realistisch und ich werde versuchen, diese Quote zu erfüllen :) Qualität vor Quantität.

Fotofreitag: David E Jackson

Jeden Freitag möchte ich an dieser Stelle das Portfolio vorstellen, das mich in dieser Woche am meisten beeindruckt hat.

David E JacksonDiese Woche bin ich auch David Jackson gestoßen, einem Fotografen aus Wisconsin, USA.

Seine Fotos, insbesondere die Hochzeits- und Paarportraits, sind wunderschön, punktuell ausgeleuchtet. Der Focus liegt auf dem Wesentlichen und alles andere verschwindet in der Dunkelheit oder Unschärfe.

Schönes Wochenende,

Phil